
"Die Wortkargen imponieren immer. Man glaubt schwer, dass jemand kein anderes Geheimnis zu bewahren hat als das seiner Unbedeutendheit."
Marie von Ebner-Eschenbach.
Als ich eine Berufsausbildung machte, da war unter den Schülern einer, der sprach wenig und schüttelte ab und zu nachdenklich den Kopf. Wir waren Schüler schwer beeindruckt und hielten ihn wirklich für clever. Und mal ganz ehrlich, wer hat nicht schon Männer getroffen, bei denen er gedacht hätte, wenn die jetzt den Mund halten würden, dann sähen die wirklich würdig aus?
So habe ich diese Technik u.a. auch dann und wann im Unterricht oder an Dozenten ausprobiert und fordere jeden auf, diese Erfahrung selbst einmal nach zu vollziehen. Ich setze mich in den Vortrag und schüttele kontinuierlich jede Minute einmal verneinend den Kopf. Man kann dazu die Stirn runzeln, vorwurfsvoll blicken oder enttäuscht seufzen.
Je nach Selbstbewusstsein des Vortragenden dauert es zwischen wenigen Minuten und bei Hartgesottenen bis zu dreißig Minuten, bis erste Nachfragen kommen, ob etwas nicht stimmen würde, und selbst dann, wenn ich versteckt hinten in der Reihe sitze. Einmal hat mir ein Dozent angedroht mich aus dem Raum zu werfen. Die Macht der Geste ohne Worte ist gewaltig und viele Menschen brauchen bestätigende liebe Blicke und Gesten mehr, als ihr äußerer Habitus es vermuten ließe.
Thursday, May 22, 2008
Nein, Nein
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Ray Gratzner
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Labels: Alltag
Wednesday, May 21, 2008
Künstler sind punktuell erleuchtet.

Manchmal, wenn ich im Louvre gestanden habe und mir staunend die Farbenpracht mittelalterlicher Gemälde angeschaut habe, der Farben so intensiv waren, als wären sie soeben gemalt worden, da hatte ich das Gefühl, der Maler berührt mich durch die Jahrhunderte.
Ich glaube fest daran, dass der Künstler, wenn er ein Werk schafft - sei es ein Gedicht, sei es eine Skulptur oder ein Bild oder noch etwas anderes, diese Künstler geben sich der inneren Flamme hin und sie frieren ihren Kontakt mit dem göttlichen Funken in ihrem Werk ein. Künstler sind punktuelle Heilige, die nach der Schöpfung wieder vom Himmel fallen und ihr Leben mit allen Schwächen weiterführen. Künstler springen mit Macht und Kraft über die Grenze unter Schweiß und Arbeit zerren sie etwas herüber und dann bleibt es und lächelt uns an, entzündet den Funken auch in unserem Inneren.
Ich möchte euch Künstlern danken. Danke-
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Ray Gratzner
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1:24 AM
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Labels: Aufmerksamkeit
Tuesday, May 20, 2008
Affirmationen leicht gemacht, Lesempfehlung.
Hallo, habe gerade bei Gaba eine super Anleitung für Affirmation im Eigenbau gesehn. Unbedingt mal anschauen, lohnt sich.
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Ray Gratzner
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1:13 AM
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Labels: Blog
Holosync

Heute erzählte mir ein Bekannter, dass er mit Holosync meditiere. Bei der Holosync Methode setzt man sich eine Stunde lang hin und hört Musik von einer CD über Kopfhörer. Die Musik trägt dazu bei, das unterschiedliche Gehirnwellen stimuliert werden.
- Beta-Wellen 14-30 Hz
- Alpha Wellen 7-14 Hz
- Theta-Wellen 3,5-7 Hz
- Delta-Wellen 1-3,5 Hz
Nun es gibt eine Million Wege die Augen für das innere Licht zu öffnen und wohlmöglich ist diese Methode einer davon.
Mein Kollege wirkt recht ruhig und ausgeglichen, er ruht in sich selbst. Ob es die Musik ist?
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Ray Gratzner
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12:35 AM
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Labels: Technik
Sunday, May 18, 2008
Schuldgefühle

Schuldgefühle kosten uns Energie, beschneiden uns die Schwingen. Schuldgefühle schwächen unsere Seele und unsere Widerstandskraft. Meiner Meinung nach wurde die Schuld erfunden, um Menschen zu führen. Es gibt immer einen Menschen, der kraft seines Amtes und seiner Rolle keine Schuldgefühle haben muss.
In der Firma begegnet uns mitunter der 60iger Jahre Typus Vorgesetzte, der meint immer recht zu haben, weil er der Chef ist. Und die Fähigkeit Chef zu sein, das hat man entweder in die Wiege gelegt bekommen oder man hat es nicht. Management by Vorwurf ist beliebt, und wie oft beginnt im Beruf als erstes die Suche nach einem Schuldigen anstatt die Sachfragen zu klären? Die beste Lösung für die Firma ist meiner Meinung nach der Verzicht auf Vergangenheitsbewältigung = Schuldigensuche. Stattdessen packe man optimistisch die Probleme an, sprich Lösungssuche.
Mancher Ehe täte es gut, wenn statt Vergangenheitsbewältigung und Sündenbocksuche, man sich den Bedürfnissen des Partners stellte und jedem zu seinen Recht kommen ließe. Wenn einer der Partner dem anderen aber stets Schuldgefühle zu machen versucht mit Äußerungen wie:
Hast Du schon wieder...
Kannst Du denn nie...
Wann wirst Du endlich begreifen...
Sätze, die so eingeleitet werden enden mit einer Wertung des Partners aufgrund der Vergangenheit. Jetzt soll das Gegenüber beweisen, in Vorleistung gehen, sich den Erwartungen des Vorwerfenden unterwerfen. So kosten Schuldgefühle Energie, weil man jetzt vielleicht nicht tut, was man gerne möchte, sondern tut, was andere als gut bewerten.
Die Kirche mit den 10 Geboten und der Beichte praktiziert die Menschenführung per Schuldgefühle seit Jahrhunderten. Während die 10 Gebote vor allem für die Masse der Gläubigen gilt, stehen die Reichen und Mächtigen darüber. Sie leben ein unbeschwertes Leben ohne Schuldgefühle und tragen eine anständige Maske nach Außen, um den Gehorsam des Volkes zu sichern. Denn wer will schon Geboten folgen, wenn die Obrigkeit prasst. Das ist nicht zuletzt jetzt ein aktuelles Problem. Während die Diäten der Abgeordneten samt Tantiemen ihrer Geldgeber und großzügige Renten in die Höhe wachsen, legen sie die Steuerblutegel ungenierter an denn je, und profitieren ungeniert und unbekümmert von den Ölspekulanten, indem sie ihre Steuern prozentual auf Wucherpreise aufschlagen. Und wer sich beschwert bekommt Schuldvorwürfe zu hören:
Ihr seid selbst an den Steuern schuld weil:
- Eure Autos zu viel Sprit verbrauchen
- Ihr zu wenig Kinder macht
- Ihr nicht früh genug sterbt, sprich zu alt werdet
- Ihr keine Unternehmer seid, dann würden wir was für euch tun.
Da die Leser meines Blogs alles Menschen sind, die anderen keinen Schaden vorsätzlich zufügen, lautet meine Empfehlung:
- Wann immer jemand kommt, um Dir Schuldgefühle zu machen, gib ihm einen freundlichen Tritt und setze ihn samt seinen Schuldvorwürfen vor die Tür. Da kann er sich alleine großartig vorkommen.
- Wann immer Du Schuldgefühle spürst, suche nach so einem Menschen, der Dir Schuldgefühle machen will und führe eine kleine Reinigungsmeditation durch, um das Schuldgefühl rauszuwerfen. So wird man nach und nach freier werden.
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Ray Gratzner
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8:00 PM
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Labels: Gefühle
Grotte von Niaux
Vor etwa zwei Jahren war ich in der Grotte von Niaux in Südfrankreich Die Hauptsaison war schon vorbei und so konnten wir mit nur sehr wenig Personen in die Grotte hineingehen, was bedeutete, dass der Führer Zeit hatte auf Fragen einzugehen.
So eine Grotte ist sehr empfindlich und die Luftfeuchtigkeit des Atems von Besuchern oder auch die Wärme von Licht, können die alten prähistorischen Zeichnungen zerstören. Daher dürfen nur eine begrenzte Menge Menschen für kurze Zeit hinein. Dort im Bauch der Erde, ist es, als ob man eine zeitlosen Raum beträte. Es sind keine Jahreszeiten spürbar und innen befindet sich am Ende eines langen Ganges eine hohe Höhle.
Die wunderbaren Zeichnungen sind so geschickt angebracht, dass die Bäuche von Pferden, Rindern oder Löwen, es scheint damals Löwen gegeben zu haben, geschickt mit den Rundungen der Felsen in Einklang gebracht waren. Die Tiere war so gemalt, dass sie wenn das Licht eingeschaltet wurden auf dem Schatten standen.
Wir wissen nicht, was die Menschen damals für Glaubensvorstellungen gehabt haben, wir wissen nicht warum sie in der Höhle an unterschiedlichen Orten Punkte und Striche hinterließen, aber es wird etwas Besonderes, etwas Wichtiges für sie gewesen sein.
Vor wenigen Tagen schaute ich beiläufig aus dem Fenster und erkannte an einem Hügel eine bauchige Struktur, die mich an die Bäuche der Tier in Niaux erinnerten. Für einen Augenblick geriet meine Wahrnehmung durcheinander und ich sah Rinder, freie undomestizierte Rinder vor meinem inneren Auge.
Nun gibt es hier eine Höhle in der Nähe in der in der Steinzeit Neandertaler gelebt haben. Ob sie damals in der Umgegend etwas hinterlassen haben, dass Tiere anlocken sollte. Ich weiß es nicht. Aber der Zusammenhang zwischen den Zeichnungen in der Höhle und lebhaften Vorstellungen von Tieren, den halte ich schon für möglich.
Vielleicht fehlt uns noch die Wissenschaft der archäologischen Meditation. Sähe dann vielleicht so aus:
So berichtet eine Frau Denton, die ein Stück eines Mastodon Zahnes psychometriert, "Ich fühle mich wie ein Riesentier mit schweren Beinen, mit klobigem schwerfälligen Kopf und einem sehr großen plumpen Körper. Ich gehe zu einem seichten Gewässer um zu trinken, Ich kann kaum sprechen, meine Kiefer sind so schwer. Was kommt da für ein Geräusch durch den Wald? Es drängt mich zu antworten. Meine Ohren sind sehr groß und lederartig...." Quelle: Max Freedom Long, S.142 Geheimes Wissen hinter Wundern: Die Entdeckung der HUNA-Lehre
oder die historische Meditation, die uns vielleicht die große Geschichte als eine unendliche Aneinanderreihung privater Macken aus stolzem Geblüte entlarvt, wer weiß?
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Ray Gratzner
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2:04 AM
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Labels: Bücher, Geschichte
Saturday, May 17, 2008
Einfach

Manchesmal beneide ich die Leute, die mit einer Einfachheit und Unbekümmertheit Dinge loslassen und vergessen können. Wie einfach mag das Leben sein, wenn einen nichts berührt und kümmert. Ihr Innenleben ist eine beschauliche und übersichtliche kleine Kiste, in der nicht viel Platz hat und wenn mal mehr da ist, als in die Kiste passt? Wen kümmert's? Ein bisschen Schwund ist immer. Selig sind die, die da....
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Ray Gratzner
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4:13 AM
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